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Die Hölle der Vertreibung
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Erinnerungen an ein ungesühntes Menschheitsverbrechen / Teil 1 |
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Ingetraut E. Joachim (Jahrgang 1935) erlebte als Kind die „Befreiung“ Danzigs durch die Rote Armee: „Im März 1945 marschierten die Russen ein. Die Soldaten verlangten Schmuck und Uhren von uns. Frauen wurden sogar Finger und Ohrläppchen abgeschnitten, um die Ringe und Ohrringe zu stehlen. Es war grauenhaft. Wir wurden später aus der Stadt getrieben, über brennende Trümmerberge. Vorbei an Kinder-, Frauen-, Greisen- und Soldatenleichen, an Pferden mit abgerissenen Köpfen. Mein Onkel, kriegsbeschädigt aus dem Ersten Weltkrieg, musste zusehen, wie meine Tante pausenlos vergewaltigt wurde. Er wurde nach Einspruch am Scheunentor von Rotarmisten erhängt.“ Als Major der Roten Armee wurde Lew Kopelew (Jahrgang 1912), russischer Germanist und Schriftsteller aus jüdischer Familie, bei Kriegsende 1945 Augenzeuge von Gräueltaten in Ostpreußen. In seinem 1975 erschienenen dramatischen Bericht „Chronitj wjetschno“ (deutsch: „Aufbewahren für alle Zeit!“) hat er den gnadenlosen Terror, den er mit eigenen Augen in Ostpreußen sah, beschrieben: „In einer Seitenstraße lag die Leiche einer alten Frau; ihr Kleid war zerrissen, zwischen ihren mageren Schenkeln stand ein Telefonapparat, der Hörer war in die Scheide gestoßen (...). Eine Frau liegt auf dem Rücken in einer Blutlache. Das Blut fließt in mehreren Rinnsalen aus Stichen in Brust und Bauch. Überall Spuren eiliger, oberflächlicher Plünderung (...). Da schlendern ein paar angetrunkene Soldaten herum, sehen: Hoppla, eine Fritzin, eine Hündin, und aus der MP eine Garbe quer über den Rücken. Sie lebte keine Stunde mehr. Hat noch geweint: warum, wofür?“ Schulmädchen und Greisinnen vergewaltigt Der Zeitzeuge Ulrich Janzen berichtet: „Bei ihren Vergewaltigungen machten die Russen selbst vor Schulmädchen nicht halt. Ich habe als 7-jähriger Erstklässler die Vergewaltigungsschreie miterleben müssen. Die Kommandeure der Roten Armee hatten wochenlang ,Freie Jagd‘ erteilt.“ Der Arzt Hans Graf Lehndorff schildert, wie sich Sowjetsoldaten 1945 in einem Königsberger Krankenhaus über seine Patienten hermachten: „Es stört sie gar nicht, dass sie halbe Leichen vor sich haben. Achtzigjährige Frauen sind vor ihnen ebenso wenig sicher wie bewusstlose. Eine kopfverletzte Patientin wurde unzählige Male vergewaltigt.“ Dem Band IV der in den 1950er-Jahren unter Federführung des Historikers Prof. Dr. Theodor Schieder entstandenen Vertreibungsdokumentation der Bundesregierung ist der Bericht eines katholischen Priesters zu entnehmen, der die Geschehnisse im oberschlesischen Neiße beim Einrücken der Roten Armee am 24. März 1945 bezeugte. Er sagte: „Selbst 8-jährige Kinder waren immer wieder der gemeinen Gewalt preisgegeben. Mütter vor ihren Kindern, Mädchen vor ihren Brüdern, Ordensschwestern vor halberwachsenen Jungen wurden bis in den Tod und noch als Leichen missbraucht.“ Heinrich Graf von Einsiedel, Vizepräsident des auf Veranlassung Stalins gebildeten „Nationalkomitees“, welches aus Wehrmachtangehörigen bestand, die in Gefangenschaft übergelaufen waren, berichtete seinen Kameraden nach Rückkehr von einem Frontbesuch in Ostpreußen Anfang 1945: „Die Russen sind verrückt nach Wodka und Schnaps aller Art. Sie vergewaltigen Frauen, besaufen sich bis zur Bewusstlosigkeit und stecken Häuser in Brand.“ In seinem Tagebuch notierte Einsiedel: „In den letzten Tagen seitdem ich wieder beim Frontstab bin, sind nach und nach alle unsere Helfer bei den Divisionen in Ostpreußen hier eingetroffen. Sie haben den Untergang Ostpreußens miterlebt den Hunnensturm. Sie sahen die russische Soldateska Städte und Dörfer niederbrennen. Sie sahen sie Gefangene und Zivilisten erschießen, Frauen vergewaltigen und Lazarette mit dem Kolben in ein Totenhaus verwandeln. Sie sahen sie Spritballone und Parfümflaschen aussaufen, plündern, zerstören, sengen und brennen (...). Sie haben eine Vernichtungsorgie erlebt, wie sie noch kein zivilisierter Landstrich über sich hat ergehen lassen müssen.“ Wird fortgesetzt
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Empfehlenswert: Karsten Kriwat: Der andere Holocaust Die Vertreibung der Deutschen 19441949 Dr. Frey (Hg.): Befreiung? Die Wahrheit über den 8. Mai 1945 |
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